Kapläne im Kirchbüel, Übersicht

Aus Chamapedia

Im frühen 18. Jahrhundert erhält die weitläufige Pfarrei Cham-Hünenberg nach der Kaplanei von St. Andreas und der Kaplanei St. Wolfgang eine dritte, von der einheimischen Bevölkerung gestiftete Kaplaneistelle (Kaplaneipfrund). Neben den seelsorgerischen Pflichten wird dem Kaplan in den Wintermonaten die Führung der Chamer Dorfschule auferlegt.


Die Kaplanei im Kirchbüel

Die Chamer Kirchgenossen stiften 1706 insgesamt 1300 Gulden, damit im Kirchbüel ein Kaplan wirkt und eine Dorfschule aufbaut. Zunächst beharrt die Stadt Zug wie beim Pfarrer von Cham auf ihrem Wahlvorschlagsrecht, doch auf Betreiben der Chamer und Hünenberger Führungsschicht wird der in Hatwil geborene Johann Adam Wyss (1674–1736) zum ersten Kaplan und Schulmeister im Kirchbüel erwählt. Bis 1725 wird die Kaplaneipfrund mit weiterem Stiftungskapital ausgestattet. [1]


Die Kaplanenhäuser

Im frühen 18. Jahrhundert wird im Kirchbüel auch ein erstes Kaplanen- und Schulhaus errichtet, das bis zum Bau der heutigen Pfarrkirche St. Jakob von 1784 bis 1796 am Kirchenplatz nordöstlich des Bänihauses stand. 1786 platziert Baumeister Jakob Singer (1718–1788) das alte Kaplanenhaus an die jetzige Stelle an der Luzernerstrasse um, wo es dem Sigristen als Wohnung dient (Sigristenhaus). Zeitnah zur Umplatzierung lässt Baumeister Singer an der Luzernerstrasse – gleich neben dem alten Kaplanenhaus – ein neues Kaplanenhaus errichten, das dem Kaplan als Wohnhaus mit integrierter Schulstube dient. [2]


Pflichtenheft und Lohn des Kaplans 1844

Nach der Berufung von Kaplan Hürlimann nach Luzern schreibt der Kirchenrat die Kaplanenstelle im Kirchbühl aus. Der Bewerber muss die Reallehrerstelle an der Schule besetzen sowie den Orgeldienst und andere musikalische Verpflichtungen versehen. Sein fixes Einkommen beträgt 650 Franken, dazu kommen ca. 230 Franken Accidentien (Nebeneinnahmen). [3]


Die Kapläne im Kirchbüel im 18. Jahrhundert

  • Johann Adam Wyss (1674–1736), 1706–1732 [4]
  • Joachim Frickart (1707–1753), 1732–1735 [5]
  • Johann Kaspar Hildebrand (1711–1769), 1735–1741 [6]
  • Alexander Bütler (1727–1801), 1751–1791 [8]

Vakanz 1791–1801


Die Kapläne im Kirchbüel im 19. Jahrhundert

  • Josef Werder (vor 1770–1818), 1801–1818 [9]
  • Franz Josef Hürlimann (1797–1861), 1818–1844 [10]

Vakanz 1865/1866

  • Jakob Wüst (1847–1931), 1870–1872 [13]
  • Ignaz Georg Oesch (1839–1883), 1876–1883 [15]
  • Nikolaus Estermann (1852–1907), 1883–1890 [16]
  • Peter Johann Bamert (1847–1925), 1892–1895 [18]


Die Kapläne im Kirchbüel im 20. Jahrhundert

  • Emil Brunner (1911–1993), 1940–1943 [21]
  • Alfred Scherrer (1912–1988), 1943–1947 [22]
  • Walter Hunziker (1915–), 1947–1948 [23]


Einzelnachweise

  1. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/409. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 117
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 107
  3. Wochenblatt für die vier löblichen Kantone Ury, Schwytz, Unterwalden und Zug, 15.11.1844
  4. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/207. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 450
  5. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 202
  6. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 242
  7. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 242
  8. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/207. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 178
  9. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/207. Staatsarchiv Zug, P 35.8 (Familienarchiv Lutiger Cham / Hünenberg, Hinterlassenschaft von Kaplan Josef Werder selig auf dem Kirchbühl). Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 440
  10. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 251
  11. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/413. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 457
  12. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/416. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 514
  13. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/418, A 1/419. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 551
  14. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/420. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 511
  15. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/421. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 523
  16. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 486
  17. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/866. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 241f.
  18. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 474
  19. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/212. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 191f.
  20. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 519
  21. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/424, A 1/425. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 479
  22. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/426, A 1/427. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 530
  23. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/428, A 1/429. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 502
  24. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/430, A 1/431. Vgl. Anmerkung 1 (Iten), S. 450