Schweizer Gottfried (1879–1957)

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Portrait von Schweizer Gottfried (1879–1957)
Portrait von Gottfried Schweizer (1879–1957)

Vorname: Gottfried
Nachname: Schweizer
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 21. Januar 1879
Todes­datum: 11. März 1957
Todes­ort: Cham ZG
Beruf: Handwerker, Unternehmer, Kirchenrat

Gottfried Schweizer zog nach Cham, um ein Sanitär-Installationsgeschäft zu übernehmen. Er integrierte sich rasch und war Friedensrichter sowie parteiloser Kirchenrat der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Cham.



Stationen

1879 Gottfried Schweizer kommt am 21. Januar in Rafz ZH zur Welt. [1] Er erlebt eine harte Jugendzeit. Direkt nach seiner Lehre geht er im In– und Ausland auf Wanderschaft. [2]

1901 Schweizer heiratet bereits mit 22 Jahren. Das Ehepaar Schweizer bekommt fünf Kinder und gründet in in Brügg bei Biel ein Installationsgeschäft mit Spenglerei [3]

1911 Gottfried Schweizer kommt mit seiner Familie aus dem Bernbiet nach Cham und er übernimmt das Installationsgeschäft von Mathias Henggeler (1859–1916). Die Firma bringt er «mit Geschick und Arbeitsfleiss zu hoher Blüte». [4] Auch übernimmt er die Liegenschaft Adelheid-Page-Strasse 1 von Henggeler an der Ecke Zuger-/Adelheid-Page-Strasse, das repräsentative Gebäude mit Runderker und Werkstatt. [5]

1913 Schweizer integriert sich schnell in Cham. Bereits zwei Jahre nach der Niederlassung und trotz seiner Konfession als Reformierter wird er Friedensrichter-Stellvertreter. [6]

Kurz nach dem Zuzug in Cham stirbt seine Frau. Er findet in seiner Schulkameradin Elisa Mändli eine zweite Lebensgefährtin. [7]

1922 Schweizer stellt sich als Parteiloser für den Kirchenrat der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde zur Verfügung und wird gewählt. Er bleibt bis 1941 im Amt, also während 19 Jahren. [8]

1931 Gemäss Steuerregister ist Schweizer ein erfolgreicher Gewerbetreibender und Handwerker: Er versteuert ein Vermögen von 70'000 Franken und hat ein Bruttoeinkommen von 5000 Franken. [9]

1935 Gottfried Schweizer wird der neue Friedensrichter von Cham. Er übt dieses Amt bis 1948 aus. [10]

1938 Die Liegenschaft Luzernerstrasse 17, zu diesem Zeitpunkt Standort der Post Cham, kommt in den Besitz von Gottfried Schweizer. [11]

1941 Schweizer gibt alle seine Ämter ab, da er sich nicht gesund fühlt. [12]

1957 Gottfried Schweizer stirbt am 11. März im Alter von 78 Jahren im Asyl in Cham. [13]


Würdigung

Gottfried Schweizer ist ein tüchtiger Geschäftsmann, der gut mit Menschen umgehen kann. Er integriert sich rasch, wird mit seiner Tenorstimme Mitglied des Männerchors Cham, der ihn sogar zu seinem Ehrenmitglied ernennt. Dass ihm als reformierter Zugezogener das Friedensrichteramt angetragen wird, ist ein Vertrauensbeweis.


Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.03.2024]
  2. Zugersee Zeitung, 15.03.1957
  3. Zugersee Zeitung, 15.03.1957; Der Grütlianer, 22.07.1905
  4. Zuger Nachrichten, 20.03.1957
  5. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Verzeichnis der geschützten Denkmäler der Gemeinde Cham, Grundstücknummer 276 [Stand: 02.11.2020]
  6. Staatskalender des Eidgenössischen Standes Zug 1913/1914
  7. Zugersee Zeitung, 15.03.1957
  8. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.03.2024]
  9. Steuerregister des Kantons Zug 1931, S. 177
  10. Staatskalender des Eidgenössischen Standes Zug 1935/1936–1947/1948
  11. Staatsarchiv Zug, G 617.6.5, Assekuranzregister Cham, 3. Generation (1929–1960), 2. Band
  12. Zugersee Zeitung, 15.03.1957
  13. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.03.2024]