Bossard, Schwester Maria Agatha (1868–1943)
Sr. Maria Agatha Bossard war die 36. Äbtissin des Klosters Frauenthal. Sie hat sich unter anderem durch die vorbildliche Nutzung des Bodens verdient gemacht.
Chronologie
1868 Josefine Bossard wird am 27. Dezember in Zug geboren. Ihr Vater Friedrich Gustav ist Linienchef und Bahnaufseher der Nordostbahn Zug-Affoltern-Zürich. Er stirbt am 9. September, als er in Knonau ZH die Entgleisung eines Zuges verhindern will. [1]
1889 Josefine tritt ins Zisterzienserinnenkloster Frauenthal ein. Mit gut 20 Jahren legt Josefine Bossard am 2. Juni die Profess ab und erhält den Klosternamen Maria Agatha. [2] Sie wird Schriftenführerin im Kloster. [3]
ca. 1900 Sie wird Assistentin der Äbtissin. [4]
1917 Mitten im Ersten Weltkrieg wird Sr. Maria Agatha am 21. Juni zur 36. Äbtissin des Klosters gewählt. Am 25. November wird sie durch Kassian Haid (1879–1949), Abt von Mehrerau, geweiht. [5]
1931 Unter ihrer Regierung kann der Konvent das 700-jährige Bestehen des Klosters feiern.
1943 Am 10. August stirbt Äbtissin Maria Agatha Bossard kurz vor ihrem 65. Geburtstag nach langem Leiden.
Würdigung
«Während 26 Jahren leitete sie den Konvent mit großer Umsicht und Tatkraft. Ihre große Güte hatte ein weites Herz und eine offene Hand für die Sorgen und Nöten der Armen und Bedrängten, die im stillen Frauenthal immer eine wohlwollende Helferin fanden. Wenn auch naturgemäß ihre Tätigkeit nicht so sehr an die Oeffentlichkeit trat, so lag ihr doch als zeitaufgeschlossener Nachfahre einer alten Zugerfamilie das Wohl ihres Heimatkantons sehr am Herzen. In voller Rüstigkeit konnte sie noch vor vier Jahren ihre goldene Jubelprofeß feiern. Mit Aebtissin Maria Agatha Bossard ist eine große Zugerin in den ewigen Frieden eingegangen. R. I. P.» [6]
«Das Kloster Frauenthal verdient hier besondere Erwähnung. Die kluge und verständnisvolle Äbtissin Frau M. Agatha Bossard, hat im Verein mit ihren gotteifrigen und arbeitsfreudigen Töchtern den Ruf der Zeit verstanden und Vorbildliches an Bodennutzung geschaffen.» [7]
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Einzelnachweise
- ↑ Der Zugerbieter, 15.09.1868. Neue Zürcher Nachrichten, 14.08.1943
- ↑ Neue Zürcher Nachrichten, 14.08.1943
- ↑ Gruber, Eugen, Geschichte von Frauenthal, Zug 1966, S. 228
- ↑ Neue Zürcher Nachrichten, 14.08.1943
- ↑ Zuger Neujahrsblatt, Chronik 25.11.1917; Neue Zürcher Nachrichten, 29.11.1917; Neue Zürcher Nachrichten, 14.08.1943
- ↑ Neue Zürcher Nachrichten, 14.08.1943
- ↑ Spahr, Columban, Alte Lehrmeister der Bodennutzung, in: Schweizer Schule, Band 28 (1941), S. 391